Wie erst jetzt bemerkt, enthalten die Hauptmanuals der Fernsteuersysteme von Futaba kein erklärendes Wort zur Telemetrie. Nur in den Minimanuals der Sensoren findet sich etwas. Wie die allgemeine Praxis und die mit JLog als Futaba Sensor beweist, reicht das ganz offenbar nicht aus, um dem Telemetrie-Anwender das Wissen zu vermitteln, was ihn vor Frust bewahrt.
Zunächst muss man das Prinzip verstehen, – hier geht’s nur um das Registrieren:
Futaba’s Telemetrie verwendet einen Bus für alle Sensoren, S.BUS2. Der Bus ist eine protokollarische Erweiterung des S.BUS, hierauf senden auch Empfänger die Servokanäle, und andere Busteilnehmer wie Gyros können auch Servos ansteuern.
Sensoren senden ihre Daten in Zeitschlitzen (Time Slots). Es gibt 32 Slots, wobei der erste Slot immer vom Empfänger beansprucht wird, in ihm sendet der Empfänger Empfängerspannung und externe Spannung (optionales Sensorkabel am Empfänger) auf den Bus. Darauf hört im Moment niemand, aber vielleicht zukünftig ein Flight Recorder.
Da also Daten von Sensoren nicht reihum abgefragt werden, sondern unaufgefordert von diesen in Zeitschlitzen zu platzieren sind, muss es eine koordinierende Stelle geben, die Slots an die Sensoren vergibt, damit die verschiedenen Sensoren nicht kollidieren auf dem Bus. Diese Stelle ist der Sender bzw. Robbe’s T-Box.
Daher muss sich jeder Sensor erst am Sender/T-Box registrieren, er bekommt dabei seine Slots zugewiesen.
Das Registrieren erfolgt, indem man das S.BUS2 Kabel des Sensors in den S.BUS Anschluss (“S.I/F”) des Senders/T-Box steckt und im Sender/T-Box das Register-Menü verwendet. Die Sender versorgen dabei den Sensor nicht mit Spannung, das muss man via Y-Kabel aus einer eigenen Quelle tun, nur Robbe’s T-Box kann den Sensor beim Registrieren mit Spannung versorgen. (FYI: Das Registrierungsprotokoll ist völlig anders als das des S.BUS2.)
Auch das Terminal, nämlich Sender oder T-Box, hat ein Informationsbedürfnis. Es muss nicht nur wisssen, welche Slots, und damit welche Daten, zu welchem Sensor gehören, es muss auch wissen, wie es die Daten zu interpretieren und darzustellen hat (Wertebereich, Kommastellung, Maßeinheit), welche Alarmschwellen anwendbar sind im Terminal, welche Voice Files (Sprachausgabe) auf die Daten eines Sensors zu mappen sind.
Das lernt der Sender/T-Box beim Registrieren, indem sich der Sensor identifiziert anhand einer bekannten, sensortyp-bezogenen ID. IDs werden von Futaba ausgegeben, je Sensortyp eine. Die Firmware von Sender/T-Box muss die IDs auch kennen, sagen sie ihm doch, wieviel Slots jeder Sensortyp (jede ID) benötigt und welche Daten darin zu erwarten sind.
Außerdem hat jeder Sensor eine Seriennummer, die er beim Registrieren an Sender/T-Box mitteilt. Das hat den Zweck, dass der Anwender später anhand der Sensordisplays Sensoren unterscheiden kann, die demselben Typ angehören. Auch der Sender/T-Box verwendet sie bei evtl. Umorganisieren von Slot-Zuweisungen.
Die Slot-Zuweisung erfolgt also durch den Sender/T-Box an einen Sensor, sie muss ergo an JEDEN Sensor erfolgt sein, der später am Verkehr auf dem S.BUS2 des Empfängers teilnehmen will! Der Sender/T-Box speichert das für sich. Auch jeder Sensor speichert sich die Slot-Zuweisungen, logischerweise.
Daraus folgt nun, dass man keine einseitigen Setup-Veränderungen vornehmen darf, sprich, nicht im Sender Zuweisungen löschen oder verschieben, ohne dass ALLE beteiligten Sensoren davon erfahren, indem sie re-registriert werden am Sender/T-Box! Beachtet man das nicht, produziert man Anarchie und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Sensoren auf dem S.BUS2 im praktischen Betrieb in den Zeitschlitzen kollidieren. Sender/T-Box verstehen die betreffenden Sensoren dann nicht mehr.
Wenn man weiß, was man tut, reicht es, den Sensor zu re-registrieren, dessen Slots man im Sender/T-Box verschob, aber eben nur die Slots DIESES Sensors. Nicht mehr vorhandene Sensoren sollte man natürlich löschen, bevor man einen anderen Sensor registriert. Dasselbe, wenn eine Registrierung teilweise schief ging, und man sie wiederholen will.
Wichtig ist nur das Prinzip: Was der Sender/T-Box bzgl. der Slot-Zuweisungen eines Sensors weiß, sollte auch der Sensor wissen können, und das kann nur gewährleistet werden, wenn der Sensor bei Veränderung der Zuweisungen im Rücken des Senders steckte. Daraus folgt: Möglichst alles per Auto-Zuweisung machen.
Die Sensoren stehen in einer Beziehung zum Sender, zum gewählten Modellpeicher in diesem Sender, nicht zum Empfänger, der ist nur der “Transporteur”. Da immer die letzte Slot-Zuweisung an einen Sensor für diesen selbst wirksam ist, heißt das auch, dass ich einen Sensor nicht einfach von einem Modell in ein anderes setzen kann, wenn nicht die Sensor-Zusammenstellung identisch ist und alle Sensoren in derselben Abfolge am Sender einer Auto-Zuweisung unterzogen wurden. Kann ich solche identischen Zuweisungskonstellationen nicht gewährleisten, bleibt ein Sensor an seinen “konfigurativen Dunstkreis”, an das eine Modell gebunden.
Futaba/Robbe trägt leider selbst noch ein bisschen zu Verwirrung beim Anwender bei: Einige derer Sensoren haben im Auslieferungszustand schon eine Default-Slotzuweisung. Das heisst, sie funktionieren auch ohne Registrieren, sofern man im Sender/T-Box, sozusagen “offline zum Sensor”, manuell die benötigten Slot-Zuweisungen vornimmt. Mit einigen 1-Slot-Sensoren geht das besonders einfach. - Das bedeutet aber auch, dass es nicht mehr funktionieren wird zumindest dann, wenn ich einen zweiten Sensor dieses Typs auf den Bus stecke, denn der hat ja die identische Default-Slotzuweisung. Auch mit anderen Futaba/Robbe-Sensoren könnte das passieren, wenn ihre Default-Slotzuweisung sich mit anderen Sensoren überlappt. Mit 3rd-Party-Sensoren, wie z.B. UniSens-E und Jlog, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Kollision kommen, denn sie nehmen ja nicht an Futaba’s “Default Program” teil.
Die Qintessenz hierzu ist daher: Immer registrieren!
Zusatzinformation: Wer sich nun wundern sollte, warum bestimmte manuelle Slot-Zuweisungen für einen Sensor im Sender/T-Box abgewiesen werden oder warum Slots nach Registrierung frei blieben: Ein kompletter “Datendurchgang” auf dem S.BUS2 besteht aus 4 Blöcken (Frames). In jedem Frame gibt es 8 Slots für Sensoren, im ersten nur 7, weil der erste Slot vom Empfänger besetzt ist. Nun gibt es die Regel, dass ein Sensor seine Slots (1, 3, bis zu 8) immer nur in den Grenzen eines 8-Slot-Frames haben darf.
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